Inklusion

 

Entwicklung

Seit 2002, als eine der ersten Realschulen im Land, nehmen bei uns in manchen Klassen auch Kinder mit Handicaps am Unterricht teil.

Damals haben wir der vierten Klasse der Gartenschule die Weiterführung ihrer Integrationsklasse an unsere Schule angeboten. Vier Kinder, die üblicherweise eine Sonderschule besucht hätten, wurden daraufhin bis zum Ende der zehnten Klasse gemeinsam mit 16 Kindern mit einer Grundschulempfehlung für die Realschule unterrichtet.

Schon ein Jahr bevor diese erste integrative Klasse unsere Schule verlassen sollte, bereiteten wir uns darauf vor, ein neues integratives Angebot zu ermöglichen. Bei der Schulanmeldung für die neuen fünften Klassen im Frühjahr 2008 äußerten alle Eltern der Kinder mit Realschulempfehlung den Wunsch, dass auch ihr Kind am gemeinsamen Unterricht teilnehmen soll. Auch die Eltern von sechs Kindern mit Handicaps wollten zu uns in die Klasse 5 wechseln. Deshalb begannen wir im September 2008 unser Projekt der Stufenintegration: in beiden fünften Klassen werden je 3 Kinder mit Handicaps gemeinsam mit je 19 Kindern mit einer Realschulempfehlung unterrichtet. Zu Beginn der Klasse 9 haben wir ein weiteres Kind mit Handicap aufgenommen. Obwohl sich die Kinder vorher nicht kannten, hat sich inzwischen ein gutes Miteinanderlernen entwickelt.

Aktuell (2019) haben wir eine kleine Gruppe von fünf Schülern in den Klassen 5 und 6, die in Einzelinklusion in Regelklassen beschult werden. Zudem gibt es autistisch veranlagte Schüler.

Arbeitsalltag

Inklusion bedeutet für uns gesellschaftliche Solidarität. Wir machen dies, weil wir es gesetzlich müssen, wir machen es aber auch, weil wir uns verpflichtet fühlen. Und wir machen dies trotz aller Widrigkeiten und Umstände, die es mit sich bringen kann.

Inklusion ist anstrengend und fordernd für den Einzeln und für das System. Es geht auch nicht ohne Reibung. Als „normale“ Realschule sind wir zuvörderst verpflichtet, uns um die Regelschüler vollumfänglich zu kümmern. Das machen wir auch. Dazu kommt dann die Ausdifferenzierung für die inklusiven Kinder. Damit dies gelingt, bekommen wir Unterstützung von Sonderschullehrerinnen. Die Hauptaufgabe der Inklusion für die Realschullehrer findet nicht im Unterricht, sondern im Hintergrund statt. Es bedarf vieler Absprachen mit den Sonderschullehrerinnen und einer vielfältigeren Vorbereitung auf den Unterricht.

Für den gemeinsamen Unterricht haben wir verschiedene Formen entwickelt. Meist wird regulärer Realschulunterricht gehalten und die inklusiven Kinder bearbeiten eigenständig ihnen angemessene Aufgaben. Wir führen auch Projekte durch, bei denen jedes Kind seine individuellen Fähigkeiten zu einem gemeinsamen Ergebnis einbringen kann; es gibt aber auch Phasen, in denen jedes Kind mit verschiedenen Hilfen und auf einem ganz eigenen Weg zum gemeinsamen Unterrichtsergebnis geführt wird; in Gruppen- oder Partnerarbeit bringen sich die Kinder mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten ein, um die gestellte Aufgabe gemeinsam zu lösen; es gibt aber auch Phasen, in denen Kinder an ihren unterschiedlichen individuellen Lernzielen arbeiten.

Inklusion ist schwierig, vor allem wenn die Umstände nicht gut sind. Wir strengen uns aber an, um das Bestmögliche zu erreichen.